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Die Geschichte der DDR
Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) war ein Staat in Mitteleuropa.
Ihre Gründung am 7. Oktober 1949 auf dem Gebiet der Sowjetischen
Besatzungszone einschließlich des sowjetischen Sektors von Berlin
erfolgte vier Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf Betreiben
der Sowjetunion, nachdem zuvor mit Unterstützung der drei West-Alliierten
auf dem Gebiet ihrer Besatzungszonen (Trizone) die Bundesrepublik
Deutschland gegründet worden war.
Nach dem Fall der Berliner Mauer und der Wende 1989/1990 und dem damit
einhergehenden Ende des Sozialismus in der DDR beschloss die erstmals
frei gewählte Volkskammer den Beitritt der neugebildeten Länder
(Ländereinführungsgesetz) Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt,
Brandenburg, Thüringen und Sachsen sowie des östlichen Teils
Berlins zur Bundesrepublik Deutschland. Mit der Deutschen Wiedervereinigung
am 3. Oktober 1990 endete die Existenz der DDR.
Teilung Deutschlands
Besatzungszonen in Deutschland 1945-1949
Da sich die Hauptalliierten (USA, Großbritannien und Sowjetunion)
nicht auf eine gemeinsame Politik bezüglich Deutschland einigen konnten,
diskutierten sie bereits während des Zweiten Weltkrieges auf den
Konferenzen von Teheran und Jalta über eine Aufteilung Deutschlands.
Nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Streitkräfte
konkretisierten die Regierungschefs der Sowjetunion, von Großbritannien
und den USA im Juli 1945 auf der Potsdamer Konferenz den Beschluss der
Konferenz von Jalta, Deutschland in vier Besatzungszonen und Berlin in
vier Sektoren zu teilen, aber von einem gemeinsamen Alliierten Kontrollrat
verwalten zu lassen. Die wirtschaftliche Demilitarisierung (insbesondere
die Demontage von Industrieanlagen) sollte in jeder Zone autonom durchgeführt
werden.
Im Laufe der Zeit lief die wirtschaftliche Entwicklung zwischen den westlichen
Besatzungszonen und der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) immer weiter
auseinander. Auch aufgrund weltpolitischer Differenzen kam es zu immer
größeren Spannungen zwischen der Sowjetunion und den USA, die
letztlich zum Kalten Krieg führten. Dies wurde 1947 im Zusammenschluss
der britischen und amerikanischen Besatzungszonen zur Bizone und am Marshallplan
der USA, der den Westen Deutschlands stärkte, deutlich. In der SBZ
setzte die Sowjetunion währenddessen die Demontagen zu Reparationszwecken
fort und verhinderte die Teilnahme am Marshallplan, die eine Einbindung
der SBZ in das westliche Wirtschaftssystem bedeutet hätte. Als Gegenstück
zu den Organen der Bizone gründete sie die Deutsche Wirtschaftskommission
und vereinigte darin die Zentralverwaltungen für Industrie, Finanzen,
Verkehr, Handel und Versorgung, Arbeit und Sozialfürsorge, Land-
und Forstwirtschaft, Brennstoffindustrie und Energie, Interzonen- und
Außenhandel sowie Statistik.
Aus Protest gegen den Beschluss der Westalliierten, einen westdeutschen
Separatstaat gründen zu wollen, verließ der Vertreter der Sowjetunion
am 20. März 1948 die Sitzungen des Kontrollrates. Am 20. Juni machte
eine auf die westlichen Besatzungszonen beschränkte Währungsreform
die befürchtete Teilung Deutschlands zur Gewissheit. Drei Tage später
beschlossen die Machthaber der sowjetischen Besatzungszone eine eigene
Währungsreform. Nachdem die westdeutsche Währung gegen den Willen
des sowjetischen Oberbefehlshabers auch in den Westsektoren Berlins eingeführt
worden war, versuchte die Sowjetunion durch die Berlin-Blockade ganz Berlin
in ihre Hand zu bekommen. Die Westalliierten entschieden daraufhin, Berlin
durch eine Luftbrücke zu versorgen. Insgesamt elf Monate lang versorgten
sie die Westberliner Bevölkerung mit Hilfsgütern, bis die Sowjetunion
die Blockade am 12. Mai 1949 beendete.
Sowjetische Deutschlandpolitik
Die Sowjetunion entwickelte während des Zweiten Weltkrieges eigene
Ideen für ein Nachkriegsdeutschland: Josef Stalin schwebte ein ungeteilter,
neutraler und nichtsozialistischer Staat vor. Er erwartete, insbesondere
aus dem Ruhrgebiet zahlreiche Reparationen zu erhalten. Im Gegenzug sollten
aus der sowjetischen Besatzungszone Nahrungsmittel in die westlichen Zonen
geliefert werden. Da dies aber nicht geschah, stellten die Westalliierten
ihre Lieferungen auch ein.
Diese Pläne konnte Stalin also nicht durchsetzen. Um sich alle Optionen
offen zu halten, verschob er die Sowjetisierung der eigenen Besatzungszone
zunächst und vermied bzw. vertuschte eine offene kommunistische Entwicklung.
Nach Kriegsende setzte die Sowjetunion in der von ihr besetzten Zone
die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) ein.
Diese sollte den Aufbau eines politischen Systems im Sinne der Sowjetunion
steuern und die Besatzungszone verwalten. Dazu kontrollierte und regelte
sie das gesamte politische und gesellschaftliche Leben und beschäftigte
bis zu 50.000 Mitarbeiter. Sie verfügte die Gründung von fünf
Ländern innerhalb der Sowjetischen Besatzungszone und übertrug
ihnen im Oktober 1945 Gesetzgebungsbefugnisse.
Politischer Aufbau
Für den politischen Aufbau war die Gruppe Ulbricht von Bedeutung.
Sie bestand aus Walter Ulbricht und anderen vor dem beziehungsweise während
des Zweiten Weltkrieges in die Sowjetunion emigrierten und dort geschulten
Mitgliedern der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), die der Roten
Armee beim Neuaufbau der Verwaltung helfen sollten. Bereits vor Kriegsende
wurde sie in Deutschland tätig und erreichte, dass die sowjetischen
Kommandanten zahlreiche Schlüsselpositionen innerhalb der Kommunalverwaltungen
an deutsche Kommunisten vergaben. Dabei galt Ulbrichts Devise: Es
muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.
Zur Überraschung der westlichen Alliierten und deutscher Politiker
ermöglichte die SMAD bereits im Juni 1945 ein zumindest formal pluralistisches
deutsches Parteiensystem und genehmigte die Wiederbetätigung von
KPD und SPD sowie die Neugründungen der CDU und LDP. Diese gründeten
einen antifaschistischen Block, aus dem sich später die Nationale
Front entwickelte. Innerhalb dieses Gremiums wollten sie die Entnazifizierung
und den Wiederaufbau gemeinsam organisieren. Obwohl die SMAD die KPD massiv
bevorzugte, konnte diese ihr Ziel, größte und bestimmende Partei
der SBZ zu werden, nicht erreichen. Sie geriet im Gegenteil im Laufe des
Jahres 1945 bei der Bevölkerung und den anderen Parteien immer mehr
in die Isolation. In der KPD und SPD in der sowjetischen Besatzungszone
gab es nach den Erfahrungen in der Zeit des Nationalsozialismus und im
Widerstand Bestrebungen, eine gemeinsame Arbeiterpartei zu schaffen. Nachdem
die KPD im Juni 1945 eine entsprechende Forderung der SPD abgelehnt hatte,
wurde mit der nachlassenden Popularität der KPD zusammen mit der
SMAD unter Billigung Stalins die (Ost-)SPD als Hauptkonkurrent durch massiven
Druck, Bestechung ihrer Führungspersönlichkeiten und Täuschung
über die wahren Ziele der KPD 1946 zu einer Zwangsvereinigung zur
Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) genötigt. Bei den
Landtagswahlen im Oktober 1946 erreichte die SED mit 47,5 Prozent allerdings
nicht die angestrebte absolute Mehrheit.
Um den Widerstand von (Ost-)CDU und LDP gegen weitere Eingriffe ins Parteiensystem
zu unterlaufen, brachte die SED 1947/1948 mit der Volkskongressbewegung
ein neues Instrument ins Spiel. Auf zwei Sitzungen 1947 und 1948 beschloss
der Deutsche Volkskongress die Aufnahme neuer Blockparteien (NDPD und
DBD) und Massenorganisationen (Kulturbund, Freier Deutscher Gewerkschaftsbund,
Demokratischer Frauenbund Deutschlands), die größtenteils kommunistisch
dominiert waren, in den antifaschistischen Block.
Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 im Gebäude der DWK in der
Leipziger Straße in Berlin.
Des Weiteren verständigte sich der 2. Volkskongress darauf, einen
Deutschen Volksrat zu berufen, der den Auftrag erhielt, für Gesamtdeutschland
eine Verfassung einer Deutschen Demokratischen Republik auszuarbeiten.
Dieser nahm unter dem Vorsitz von Wilhelm Pieck (SED), Wilhelm Külz
(LDP) und Otto Nuschke (CDU) am 19. März 1948 seine Arbeit auf. Dessen
Ausschuss zur Erarbeitung einer Verfassung wurde von Otto Grotewohl geleitet
und erarbeitete bis zum 22. Oktober eine auf einem entsprechenden
Entwurf der SED von 1946 fußende Verfassung, welche am 19.
März des folgenden Jahres vom 1. Deutschen Volksrat angenommen wurde.
Im Mai 1949 wurde über Einheitslisten der 3. Volkskongress gewählt.
Als sich am Abend des 15. Mai 1949 bei den ersten Auszählungen abzeichnete,
dass keine fürsprechende Mehrheit zustande kommen würde, wurden
die durchgestrichenen und leeren (also ungültigen) Stimmzettel auf
Anweisung der Deutschen Verwaltung des Innern (DVdI) kurzerhand als Ja-Stimmen
gewertet. Am Abend des 16. Mai 1949 wurde dann offiziell bekannt gegeben,
dass 66,1 % der Wähler mit Ja gestimmt hätten. Der
so gewählte 3. Volkskongress bestätigte am 30. Mai die Verfassung
und setzte den 2. Deutschen Volksrat als ständiges Organ ein. Nachdem
sich in der am 23. Mai 1949 entstandenen Bundesrepublik Deutschland auch
die Verfassungsorgane konstituiert hatten, erklärte sich der 2. Deutsche
Volksrat am 7. Oktober 1949 zur Provisorischen Volkskammer und setzte
die Verfassung der DDR in Kraft, womit die Deutsche Demokratische Republik
gegründet war.
Wirtschaftlicher Aufbau
Die Wirtschaft in der SBZ wurde zunächst durch die sowjetische Demontage
massiv beeinflusst. Im Rahmen der Hauptdemontage ließ Stalin bis
Ende 1946 über 1.000 Betriebe, vor allem den Maschinenbau, die chemische
und optische Industrie, und das zweite Gleis sowie die Elektrifizierung
fast aller Bahnstrecken abbauen. In einer zweiten Etappe wurden Reparationen
entgegen dem Potsdamer Vertrag aus der laufenden Produktion entnommen
und etwa 200 wichtige Betriebe, die schon bestanden oder neu gegründet
wurden, als Sowjetische Aktiengesellschaften (SAG) in das Eigentum der
Sowjetunion überführt. Der ersten Demontagewelle zwischen Mai
und Juli 1945 fielen zirka 460 Berliner Betriebe zum Opfer. Dies entspricht
etwa 75 Prozent der damaligen Kapazitäten. Insgesamt soll Mitteldeutschland
im Vergleich zu 1936 schätzungsweise durch Demontage verloren haben:
* 82 Prozent der Walzwerke
* 80 Prozent der Eisenproduktion
* 75 Prozent der Hohlziegelerzeugung
* 45 Prozent der Zementindustrie
* 45 Prozent der Papiererzeugung
* 35 Prozent der Energieerzeugung
* 30 Prozent der Schuhindustrie
* 25 Prozent der Textilindustrie
* 25 Prozent der Zuckerproduktion
* 20 Prozent des Braunkohlebergbaus
* 19 Prozent der Brikettfabriken
Durch den Einbezug der Kriegsschäden gingen etwa 50 Prozent der
industriellen Kapazitäten verloren. Offiziell werden Reparationszahlungen
an die Sowjetunion auf etwa 4,3 Milliarden Dollar geschätzt. Andere
Schätzungen gehen von 15 bis 18 Milliarden Dollar aus. Für das
Jahr 1949 fielen zum Beispiel auch Besatzungskosten von offiziell 2,2
Milliarden Mark an.
Unter der Losung Junkerland in Bauernhand führten die
SMAD und die KPD im September 1945 eine Bodenreform durch. Ein Drittel
der gesamten Wirtschaftsflächen (zirka 3,2 Millionen Hektar), davon
zirka 2,5 Millionen Hektar aus dem ehemaligen Großgrundbesitz, kamen
zur Verteilung. Eine Million Hektar überführte man in 532 staatseigene
Güter (VEG). Die Zahl der privaten landwirtschaftlichen Betriebe
stieg auf mehr als 855.600 (1950) mehr als im Jahre 1939. Dieser
Posten wurde jedoch bis 1961 fast restlos liquidiert.
Ferner wurden Kriegsverbrecher, Funktionäre und Repräsentanten
der NSDAP sowie alle Landbesitzer, die Güter mit mehr als 100 Hektar
Land besaßen, entschädigungslos enteignet. Die SMAD verteilte
das Land an so genannte Neubauern, zumeist landlose Bauern, Landarbeiter
und Flüchtlinge. Diese bearbeiteten ihre fünf bis zehn Hektar
großen Landflächen selbst. Da sie meist keine landwirtschaftlichen
Geräte besaßen, wurden sie durch die 1949 geschaffenen Maschinen-Ausleih-Stationen
(MAS) unterstützt.
Da Stalin die Idee eines ungeteilten Deutschlands nicht aufgeben wollte,
begann die tatsächliche sozialistische Umgestaltung der ostdeutschen
Wirtschaft erst 1952.
Aufbauphase 19491961
Erster Präsident der DDR wurde 1949 Wilhelm Pieck, erster Ministerpräsident
Otto Grotewohl. Beide waren seit 1946 Vorsitzende der SED. 1950 wurden
sie in ihren Parteiämtern bestätigt, der eigentliche Machthaber
Ulbricht wurde Generalsekretär des neu geschaffenen Zentralkomitees
(ZK) der SED. Nach dem Tod von Wilhelm Pieck wurde 1960 der Staatsrat
der DDR anstatt des bisherigen Präsidentenamtes gebildet und Ulbricht
zu dessen Vorsitzenden bestimmt.
1950 wurden alle Parteien trotz Widerstands vieler Mitglieder und einiger
Landesverbände zur Einheitsliste der Nationalen Front
zusammengeschlossen. Bei ersten Wahlen zur Volkskammer erhielt diese von
der SED dominierte Einheitsliste nach offiziellen Angaben 99,3 Prozent
der Stimmen, 1954 waren es 99,46 Prozent und 1958 99,7 Prozent.
Außenpolitik
Sehr schnell nach ihrer Gründung schloss die DDR Verträge mit
anderen Staaten im Ostblock ab: Im Juli 1950 legte sie mit Polen die Oder-Neiße-Linie
als Grenze vertraglich fest. Im September desselben Jahres wurde die DDR
Mitglied im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) dem
Äquivalent zur Europäischen Gemeinschaft.
Die DDR-Führung bemühte sich bereits früh um diplomatische
Anerkennung durch andere Staaten. Sie versuchte auch, Vorfälle wie
die Notlandung eines amerikanischen Armee-Hubschraubers im Juni 1958 zu
nutzen, um westlich orientierte Staaten durch offizielle Kontakte zu einer
Aufgabe ihrer Politik der Nichtanerkennung der DDR zu bewegen. Solche
Kontakte wurden jedoch von der Bundesrepublik Deutschland verhindert:
Durch die Hallstein-Doktrin drohte sie anderen Staaten mit dem Abbruch
der Beziehungen, falls diese die DDR anerkannt hätten.
1952 bot Stalin mit den Stalin-Noten Verhandlungen über eine Wiedervereinigung
und Neutralität Deutschlands an. Die Westmächte hielten dies
für ein Ablenkungsmanöver, das die Westintegration Westdeutschlands
behindern sollte. Der Briefwechsel endete schließlich ohne Ergebnis.
Im Anschluss daran forcierte die DDR ihre Ostintegration und
die sozialistische Umgestaltung der ostdeutschen Wirtschaft.
Nachdem die Bundesrepublik Deutschland 1954 Mitglied der Westeuropäischen
Union geworden war, trat die DDR 1955 dem Warschauer Pakt bei.
Die SMAD wurde durch die Sowjetische Kontrollkommission (SKK) abgelöst,
die 1953 durch den sowjetischen Hohen Kommissar ersetzt wurde. Am 25.
März 1954 versuchte die Sowjetunion durch eine einseitige Souveränitätserklärung,
die DDR international aufzuwerten. Nachdem die Sowjetunion am 20. September
1955 in einem Staatsvertrag die volle Souveränität der DDR bestätigt
hatte, wurde auch das Amt des Hohen Kommissars aufgehoben.
1958 forderte Nikita Chruschtschow die Revision des Potsdamer Abkommens
und drohte, die Sowjetunion werde ihre Kontrollrechte über Berlin
an die DDR übertragen. Damit begann die so genannte Berlin-Krise.
Zur Jahreswende 1958/1959 ließ die Sowjetunion erstmals weitreichende
Atomraketen außerhalb ihres Territoriums stationieren. Der sowjetische
Generalstab stationierte jeweils sechs Raketen des Typs SS-3 Shyster bei
Fürstenberg/Havel und Vogelsang. Die SS-3 konnte einen Sprengkopf
von 300 Kilotonnen TNT über eine Reichweite von 1.200 Kilometern
bis nach Bonn, Brüssel, Paris oder London befördern.
Gesellschaftspolitik
Auch gesellschaftspolitisch fanden in der DDR tiefgreifende Änderungen
statt. So wurden Frauen systematisch in den Aufbau des Sozialismus miteinbezogen,
Kinderbetreuungsangebote in Form von Kinderkrippen für 1-3-jährige
Kinder, Kindergärten für 4-6-Jährige und Horte, die Schulkinder
bis zur 4. Klasse betreuten, geschaffen und das Schulsystem durch die
Einrichtung der Polytechnischen Oberschule (POS) umgebaut. Maßgebend
für das Schulsystem der DDR war seit 1946 das Gesetz zur Demokratisierung
der deutschen Schule.
Wirtschaftspolitik
Nachdem es bereits einen Zwei-Jahres-Plan gegeben hatte, folgte die Wirtschaft
der DDR ab 1951 dem 1. Fünfjahrplan. Damit begann der Einstieg in
die Planwirtschaft. Verantwortlich für die Aufstellung und Kontrolle
der langfristigen Pläne sowie die zentrale Lenkung der Wirtschaft
war die 1950 gegründete staatliche Plankommission. 1958 wurden die
Lebensmittelkarten endgültig abgeschafft. 1959 zeichnete sich ein
Scheitern des laufenden Zweiten Fünfjahrplans ab; die Plankommission
erstellte daher übergangsweise einen Siebenjahresplan.
Zahlreiche Betriebe der Sowjetischen Aktiengesellschaften (SAG) wurden
von der DDR zurückgekauft und in Volkseigene Betriebe (VEB) umgewandelt.
Für die Landwirtschaft prägte die SED in den 1950er Jahren
die Devise Vom Ich zum Wir. Unter diesem Motto sollte die
Landbevölkerung auf freiwilliger Basis von den angeblichen
Vorzügen einer kollektivierten Landwirtschaft überzeugt werden.
Das Ziel war die Gründung von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften
(LPG). Muster-LPGs sollten wie Leuchttürme auf
dem Lande die Idee von der Sowjetisierung in alle Dörfer tragen.
Da die meisten Bauern kein Interesse an genossenschaftlicher Arbeit zeigten,
wurden insbesondere verlassene Höfe, sogenannte ÖLB (Örtliche
landwirtschaftliche Betriebe) und wirtschaftlich kaum lebensfähige
Kleinbetriebe zu LPGs zusammengefügt. 1952 waren so in der DDR knapp
2.000 zunächst überwiegend wirtschaftsschwache LPGs entstanden.
Klein- und Mittelbauern wurden mit Repressionen und hohen Zwangsabgaben
drangsaliert und bei der Verteilung der landwirtschaftlichen Geräte
durch die MAS benachteiligt. Zehntausende Bauern siedelten daraufhin in
den Westen um. Dies führte dazu, dass am 17. Juni 1953 auch auf dem
Land die Stimmung kippte. Anschließend wurde die Kollektivierung
zunächst verlangsamt, auf Druck der Sowjetunion aber forcierte die
DDR-Führung die Kollektivierung ab 1958 wieder. Von der SED entsandte
Agitationstruppen sollten die Bauern durch Nötigung oder Drohungen
zum freiwilligen Eintritt in eine LPG veranlassen, während
widerstrebende Landwirte vom MfS verhaftet wurden.
Parallel zur Entwicklung in Westdeutschland begann das staatliche Fernsehen
der DDR Ende 1952 mit Versuchssendungen und nahm 1956 seinen regulären
Sendebetrieb auf. Ab 1960 war die Propagandasendung Der schwarze Kanal
von und mit Karl-Eduard von Schnitzler ein wichtiger Bestandteil des Programms.
Von 1952 bis zum 17. Juni 1953
1952 erklärte die DDR-Führung den planmäßigen
Aufbau des Sozialismus zur grundlegenden Aufgabe, trieb den Prozess
der 'Sowjetisierung' der Gesellschaft voran und stärkte die Staatsmacht.
In der Verwaltungsreform von 1952 wurden die 5 Länder in 15 Bezirke
und 217 Kreise aufgeteilt. Außerdem stellte sie die verbliebene
Mittelschicht in Frage: Insbesondere Bauern und kleine Handels- und Gewerbebetriebe
sollten durch erhöhte Abgaben zur Aufgabe ihrer Selbstständigkeit
gezwungen werden. Auch der Kurs gegenüber den Kirchen verschärfte
sich.
Am 28. Mai 1953 beschloss das ZK der SED eine Erhöhung der Arbeitsnormen
um 10,3 Prozent. Das Politbüro der KPdSU warnte die SED daraufhin
vor einem zu starren und harten Kurs beim Aufbau des Sozialismus. Die
DDR beschloss und verkündete am 11. Juni mit dem Neuen Kurs
zahlreiche Erleichterungen insbesondere für den bürgerlichen
Mittelstand und die Bauern und nahm etliche Maßnahmen der letzten
Monate zurück. Die Normerhöhung blieb bestehen. Am 16. Juni
kam es daraufhin zu Streiks auf zwei Berliner Großbaustellen, dem
Block 40 in der Stalinallee und dem Krankenhausneubau in Berlin-Friedrichshain,
und einem gemeinsamen Protestzug zum DDR-Regierungssitz, denen am 17.
Juni 1953 flächendeckende Proteste folgten, die von sowjetischen
Truppen blutig niedergeschlagen wurden. Die DDR-Führung bezeichnete
den Aufstand als ein Werk faschistischer Agenten ausländischer
Mächte.
Entstalinisierung
Nach Stalins Tod 1953 leitete dessen Nachfolger Nikita Chruschtschow
auf dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 die Entstalinisierung ein. Dies überraschte
und verwirrte die DDR-Führung: Bis vor dem Parteitag verteidigte
und lobte sie Stalin und bemerkte den Politikwechsel erst spät. Ulbricht
erkannte die Brisanz und passte seine Begrüßungsrede an die
neuen Aussagen der Sowjetführer an. Sofort nach dem Parteitag versuchte
die SED-Führung, ihren Mitgliedern die neuen Lehren zu
vermitteln. Ulbricht schrieb im Zentralorgan der SED, der Zeitung Neues
Deutschland, Stalin sei kein Klassiker des Marxismus
nachdem er noch einen Monat zuvor das Gegenteil gesagt hatte. Auch wenn
die SED die Frage der Entstalinisierung auf ihrem Parteitag nur am Rande
behandelte, erschütterte diese das Weltbild der deutschen Kommunisten.
Letztlich hatte sich die DDR zu keinem Zeitpunkt vollständig vom
Stalinismus verabschiedet und nachdem 1985 in der Sowjetunion antistalinistische
Filme und Zeitschriften zugelassen wurden, kam es deshalb auch zum Bruch
mit dem bisherigen Vorbild.
Im Zuge der zaghaften Entstalinisierung wurden jedoch 25.000, vor allem
politische Häftlinge entlassen und zahlreiche Politiker (Franz Dahlem,
Anton Ackermann, Hans Jendretzky und andere) rehabilitiert.
Staatssicherheit
1950 wurde das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) gegründet,
um als Schild und Schwert der Partei die Macht der SED zu
sichern. Wilhelm Zaisser wurde erster Minister für Staatssicherheit,
Erich Mielke Staatssekretär.
Nach den Protesten vom 17. Juni wurde insbesondere dem MfS Versagen vorgeworfen.
Es wurde zu einem Staatssekretariat für Staatssicherheit (SfS)
umgeformt und dem Innenministerium unterstellt. Wilhelm Zaisser wurde
aus diesem Grund zuerst aus dem Zentralkomitee der SED und ein Jahr später
auch aus der SED ausgeschlossen. Erst 1955 erhielt das MfS wieder Ministeriumsrang
und bekam den Hauptverwaltung Aufklärung genannten Auslandsnachrichtendienst
zugeordnet.
Während der gesamten 1950er Jahre wurden in zahlreichen Säuberungen
Parteimitglieder verhaftet, die während der NS-Zeit in westliche
Länder emigriert waren, aber auch andere SED-Genossen wurden Opfer
dieser Aktionen.
Auf ihrer Seite der innerdeutschen Grenze errichtete die DDR eine fünf
Kilometer breite Sperrzone, einen 500 Meter breiten mit Stacheldraht
gesicherten Schutzstreifen und einen zehn Meter breiten Kontrollstreifen.
Unzuverlässige Bürger in der Sperrzone wurden 1952
mit der Aktion Ungeziefer zwangsweise ins Hinterland umgesiedelt.
Abwanderung
Nachdem bis 1956 ca. 1,72 Millionen Menschen die DDR verlassen hatten,
wurde ein neues Passgesetz verabschiedet, um die Zahl der Westreisen zu
reduzieren. Die Republikflucht wurde offiziell kriminalisiert.
Zum Jahr 1960 stieg die Zahl der Abwanderer weiter an auch deshalb,
weil viele Bauern dem Zwang zum Beitritt einer LPG entgehen wollten. Allein
für den Monat September meldeten Westberliner Behörden 20.968
SBZ-Flüchtlinge. Bis 1961 hatten schließlich knapp
drei Millionen Menschen die DDR seit ihrer Gründung verlassen. Da
es sich dabei oft um gut ausgebildete Menschen handelte, bedrohte diese
Abwanderung die Wirtschaftskraft der DDR und letztlich den Bestand des
gesamten Staates. Ab dem 13. August 1961 wurde deshalb die Berliner Mauer
aufgebaut, um eine weitere Abwanderung zu stoppen.
Kirchenpolitik
Während die SMAD den Kirchen noch Zugeständnisse gemacht hatte,
begann die DDR-Führung im Frühjahr 1953 einen härteren
Kurs einzuschlagen, da diese sich gegen eine Instrumentalisierung wehrten.
So ging sie vor allem gegen die Junge Gemeinde und Studentengemeinden
sowie deren Mitglieder mit Relegierungen von Schulen und einzelnen Verhaftungen
vor. Mit dem neuen Kurs wurde der verschärfte Kirchenkampf
zunächst unterbrochen, 1955 mit der Wiederbelebung der aus der Arbeiterbewegung
stammenden traditionellen Jugendweihen ein Gegenstück zur kirchlichen
Konfirmation geschaffen.
Stabilisierung 19611970
Politische Führung
Am 21. September 1964 starb Otto Grotewohl, und Nachfolger als Vorsitzender
des Ministerrates wurde Willi Stoph. Am 20. Februar 1967 verabschiedete
die Volkskammer ein Gesetz über die Staatsbürgerschaft der DDR,
die die bis dahin geltende deutsche Staatsbürgerschaft ablöste.
Im April 1968 stimmten 94,5 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung
für eine neue Verfassung, diese bestimmte die DDR als sozialistischen
Staat deutscher Nation und schrieb die führende Rolle der SED
in der Verfassung fest.
Deutschlandpolitik
Nachdem das Zentralkomitee der SED bereits mehrere offene Briefe zur
Lösung der Deutschlandfrage an die SPD und die Gewerkschaften in
der Bundesrepublik gerichtet hatte, beantwortete die (westdeutsche) SPD
1966 zum ersten Mal ein solches Schreiben. Da die SED von dieser Reaktion
und den Diskussionen in der DDR überrascht und schockiert war, sagte
sie zunächst vorgeschlagene Gespräche wieder ab.
Nach der Bildung der Großen Koalition in der Bundesrepublik Deutschland
änderte die SED-Führung ihre Konzeption in der Deutschlandfrage
insgesamt und ging gegenüber der beweglicheren Ostpolitik von Willy
Brandt in die Defensive. Sie fürchtete, ein offener Dialog mit Westdeutschland
könnte auf die DDR-Bevölkerung übergreifen, wie es am Rande
des Erfurter Gipfeltreffens 1970 zu erleben war. Nach der Hallstein-Doktrin
Westdeutschlands war es jetzt die DDR-Führung, die versuchte, andere
(sozialistische) Staaten von einer Anerkennung der Bundesrepublik Deutschland
abzuhalten.
Grenzsicherung
Nach dem Mauerbau wurde die Anwendung der Waffe gegen Flüchtlinge
befohlen (Schießbefehl). In den nächsten Monaten kam es zu
kleineren Schusswechseln zwischen west- und ostdeutscher Grenzpolizei,
nachdem DDR-Grenztruppen die ersten Flüchtlinge an der Grenze erschossen
hatten. Ab 1961 verminte die DDR ihre Seite der innerdeutschen Grenze.
Verteidigungspolitik
Am 24. Januar 1962 führte die DDR die Wehrpflicht ein, um so den
Personalbedarf der 1956 gegründeten und 85.000 Mann starken Nationalen
Volksarmee (NVA) besser decken zu können. Der Druck der Kirchen bewirkte,
dass die DDR 1964 den Wehrdienst ohne Waffe als Bausoldat einführte.
Über dem Territorium der DDR und insbesondere in den Luftkorridoren
nach Westberlin kam es öfter zu kleineren Konflikten zwischen westlichen
und sowjetischen Kampfflugzeugen. 1962 bedrängten sowjetische Jagdflugzeuge
Militärtransporter der Westalliierten, in denen unter anderem auch
der britische Botschafter saß. 1964 wurde eine US-Maschine über
Thüringen abgeschossen.
Am 20./21. August 1968 unterstützten NVA-Truppen logistisch die
Truppen der Sowjetunion bei der Niederschlagung des Prager Frühlings,
marschierten selbst jedoch nicht in die Tschechoslowakei ein.
Wirtschaftspolitik
In den 1960er Jahren zwangen eine Wirtschaftskrise und Diskussionen in
der Sowjetunion die SED, ihre Wirtschaftspolitik zu ändern. Das Neue
Ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft
(NÖSPL) wurde eingeführt. Es ermöglichte den Vereinigungen
der Volkseigenen Betriebe (VVB) vergleichbar den späteren
Kombinaten eine größere Selbstverwaltung und räumte
den Arbeitern eine Arbeitermitverantwortung ein, um sämtliche
Leistungsreserven zu erhöhen und Initiativen zu wecken. Durch eine
Selbstständigkeit der einzelnen Volkseigenen Betriebe (VEB) in der
Material- und Kreditbeschaffung, bei Aktivitäten im Außen-
und Binnenhandel und größere Vollmachten bei der Preis- und
Absatzgestaltung wollte sie das System flexibler gestalten. Der Lebensstandard
stieg daraufhin an, der Abstand zur Bundesrepublik blieb erhalten.
1966 ging das Kernkraftwerk Rheinsberg als erstes Kernkraftwerk der DDR
ans Netz.
Als sich ein erster Mangel an Devisen aus dem Nichtsozialistischen
Wirtschaftsgebiet (NSW) bemerkbar machte, wurde 1962 die Intershop-Handelsorganisation
gegründet. In diesen Geschäften konnten nur Ausländer mit
Devisen bezahlen, dafür konnten diese allerdings Produkte kaufen,
die es für die offizielle Währung Mark der DDR gar nicht oder
nur in minderer Qualität zu kaufen gab. Insgesamt waren die Artikel
deutlich günstiger als vergleichbare Produkte in Westdeutschland.
Da die Devisenknappheit weiter zunahm, baute Alexander Schalck-Golodkowski
ab 1964 die Abteilung Kommerzielle Koordinierung (KoKo) innerhalb
des Ministeriums für Außenhandel auf, die mit allen legalen
und häufig auch illegalen Methoden zusätzliche Devisen beschaffen
und bestehende Embargos gegen die DDR umgehen sollte.
Stabilität und Krise 19711980
Ende der Ära Ulbricht
Nach Streitigkeiten mit Teilen der Parteiführung im Bereich der
Wirtschafts- und Außenpolitik 1970 wurde Ulbricht gezwungen, aus
gesundheitlichen Gründen von fast allen Ämtern zurückzutreten.
Am 3. Mai 1971 endete damit die Ära Ulbricht, und Erich Honecker
wurde als dessen Nachfolger zum Ersten Sekretär des ZK der SED gewählt.
Der Wechsel an der Spitze bedeutete für die Entwicklung der DDR einen
tiefen Einschnitt.
Nach dem Rücktritt von Ulbricht wurde die Ulbricht-Periode systematisch
aus der offiziellen Geschichtsschreibung verdrängt und alle Veränderungen
nach seinem Abgang stark betont. Sein Name tauchte in der Öffentlichkeit
kaum noch auf.
Das politische Ziel einer Wiedervereinigung Deutschlands (zu einem sozialistischen
Gesamtdeutschland) wurde endgültig aufgegeben, sämtliche Hinweise
darauf aus der Verfassung gestrichen und bei vielen Organisationen und
Institutionen die Kennzeichnung Deutschland durch DDR ersetzt. So wurde
zum Beispiel der Deutsche Fernsehfunk in Fernsehen der DDR umbenannt und
als Autokennzeichen DDR statt D vorgeschrieben.
Um die psychologische und emotionale Bindung an die deutsche Kultur zu
berücksichtigen, prägte Honecker die Formel: Staatsangehörigkeit:
DDR, Nationalität: deutsch.
Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik
Honeckers Amtszeit wurde durch einen Beschluss der SED gekennzeichnet,
der die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik zur neuen
Hauptaufgabe bestimmte. Mittels einer forcierten Erhöhung des Lebensstandards
und der Kaufkraft sollte die Zufriedenheit der Bevölkerung gesteigert
und letztlich die Arbeitsproduktivität erhöht werden. Ein Kernstück
dieser Idee war ein Wohnungsbauprogramm, das das dringende Wohnungsproblem
bis 1990 lösen sollte und vor allem zum Entstehen großer Neubaugebiete
mit für damalige Verhältnisse komfortablen Wohnungen in vielen
Städten der DDR führte. Bis 1980 wurden 700.000 bis 800.000
Wohnungen errichtet oder modernisiert und bis 1990 nach offiziellen Angaben
insgesamt 3 Millionen Wohnungen in Plattenbauweise hergestellt. Später
stellte sich jedoch heraus, dass die DDR-Regierung diese Zahlen stark
geschönt hatte und tatsächlich nur 1,92 Millionen Plattenbau-Wohneinheiten
errichtet worden waren. Der damit verbundene Verfall und Abriss von Altbauten,
deren Sanierung für die DDR zu teuer war, führte zu einer Verödung
der Innenstädte.
Ein weiterer Schwerpunkt von Honeckers Wirtschaftspolitik war die Beschaffung
von westlichen Produktionsanlagen für Export- und Konsumgüter.
Diese Investitionen wurden durch Kredite bei westlichen Banken finanziert
und sollten sich plangemäß ab Ende der 1970er Jahre bezahlt
machen.
Diese Änderung der Wirtschaftspolitik verursachte erstmals hohe
Auslandsschulden gegenüber dem nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet,
nach Ansicht einiger Autoren der Anfang vom Ende der DDR.
Hauptenergiequelle der DDR war die heimische Braunkohle, die zum Heizen
der Wohnungen und zur Stromerzeugung verwendet wurde. Das sowjetische
Erdöl war dafür zu kostbar, da es teuer bezahlt werden musste
und als veredeltes Endprodukt die wichtigste Devisenquelle war. Als im
Winter 1978/1979 am Silvestertag die Temperatur um 25 Grad fiel, zeigten
sich die Schwächen dieser Abhängigkeit: Die Kältewelle
stoppte den Braunkohletagebau. Da es kaum Vorräte gab, bedeutete
dies den Stillstand eines großen Teils der Wirtschaft für 14
Tage.
Kulturpolitik
Durch eine liberalere Haltung gegenüber den Künstlern und Intellektuellen
wollte die SED-Führung die Kluft zwischen Bevölkerung und Führung
überbrücken. Dies änderte sich abrupt 1976 durch die Ausbürgerung
von Wolf Biermann. Dieser Vorgang löste energische Proteste aus und
führte zu einer Unterschriftensammlung bei namhaften Künstlern
und Schriftstellern für die SED ein ungeheuerlicher Akt. Zahlreiche
prominente Unterzeichner wurden anschließend unter Druck gesetzt
und so zur Ausreise in die Bundesrepublik getrieben, einige auch verhaftet.
1979 eskalierte die Auseinandersetzung und führte zum Ausschluss
von zahlreichen berühmten Mitgliedern aus dem Schriftstellerverband.
Außenpolitik
Unter Erich Honecker wurden sowohl die Führungsrolle der Sowjetunion
als auch das sowjetische Modell von der SED wieder als verbindlich angesehen.
Die Beziehungen zwischen der DDR und der Sowjetunion verbesserten sich
daraufhin. Beide Staaten schlossen 1975 einen neuen Freundschafts- und
Beistandsvertrag ab, der die DDR in eine rechtlich noch größere
Abhängigkeit von der Sowjetunion brachte.
Nach der Unterzeichnung des Berlinabkommens durch die Vier Mächte
(Frankreich, Großbritannien, Sowjetunion und USA) im September 1971
schloss die DDR mit der Bundesrepublik Deutschland zahlreiche Verträge.
Im Dezember wurde das Transitabkommen unterzeichnet, um Westdeutschen
die Fahrten von und nach West-Berlin zu erleichtern. Ein Jahr später
folgte die Unterzeichnung des Grundlagenvertrags, der die Souveränität
und die Grenzen der DDR anerkannte. Da die Bundesrepublik Deutschland
mit ihrer neuen Ostpolitik den Widerstand gegen eine internationale Aufwertung
der DDR aufgab, änderte sich die außenpolitische Situation
der DDR grundlegend. Bereits im Dezember 1972 hatten 20 Staaten Diplomaten
mit der DDR ausgetauscht (unter anderem Iran, Schweden, Schweiz, Österreich).
Auch mit den USA konnten diplomatische Beziehungen vereinbart werden.
Bis 1978 hatten insgesamt 123 Regierungen in aller Welt die DDR völkerrechtlich
anerkannt und damit war die wichtigste Phase ihrer Außenpolitik
erfolgreich abgeschlossen.
Die DDR zog im September 1973 gleichzeitig mit der Bundesrepublik Deutschland
in die UNO ein und beteiligte sich im gleichen Jahr an der Konferenz über
Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE). Dadurch verpflichtete
sie sich auch zur Einhaltung der Menschenrechte. Mehr und mehr Bürger
forderten daraufhin die Einhaltung der Zusagen und stellten Anträge
auf Ausreise in die Bundesrepublik.
Staatssicherheit
1973 akkreditierte die DDR zum ersten Mal Korrespondenten von ARD, ZDF
sowie von Zeitungen und Zeitschriften aus der Bundesrepublik Deutschland.
Sie durften sich innerhalb gewisser Grenzen frei bewegen, wurden dabei
aber vom MfS überwacht. Viele Reportagen und Interviews wurden vom
MfS inszeniert.
Im Zuge der Verbesserung der Beziehungen wurde auch der Häftlingsfreikauf
zunehmend organisierter geregelt. Dabei bezahlte die Bundesrepublik der
DDR eine bestimmte Summe Devisen oder Waren, um im Gegenzug politische
Gefangene freizukaufen, die anschließend in die Bundesrepublik ausgebürgert
wurden.
1971 ließ die DDR die Sperrzonen an der innerdeutschen Grenze auflösen
oder verkleinern, baute gleichzeitig jedoch Selbstschussanlagen auf, die
auf ihren Grenzstreifen gerichtet waren.
Krise und Ende 19811990
Finanzkrise
Insbesondere durch die hohen Kosten des Wettrüstens wurde die wirtschaftliche
Lage der Sowjetunion 1981 zunehmend kritisch. Sie wurde gezwungen, die
Preise für Rohöl zu erhöhen und die Lieferungen von 19
Millionen Tonnen auf 17 Millionen Tonnen zu drosseln. In der DDR brach
dadurch eine der wichtigsten Devisenquellen förmlich zusammen. Dies
führte dazu, dass sie 1982 erstmals fällige Kredite und Zinszahlungen
zum größten Teil nur mit neuen Krediten ablösen konnte
und es zu Problemen mit westlichen Kreditinstituten kam. 1983 kam es daraufhin
zu Verhandlungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR mit dem Ergebnis,
dass die Bundesregierung die Bürgschaft für insgesamt zwei vom
bayrischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (CSU) vermittelte
Kredite über jeweils eine Milliarde D-Mark für die DDR übernahm,
um damit deren Stabilität zu bewahren. Im Gegenzug baute die DDR
die Selbstschussanlagen an der innerdeutschen Grenze ab und erleichterte
Westdeutschen die Reise in die DDR.
Gegen Ende der 1980er Jahre wurde der wirtschaftliche Verfall der DDR-Wirtschaft
zunehmend sichtbar. Bereits seit langer Zeit zehrte sie nur noch von ihrer
Substanz, da sie Neuinvestitionen oder Reparaturen nicht mehr finanzieren
konnte. Insbesondere die hohen Kosten der Mikroelektronik (hier gab es
noch immer Handelsbeschränkungen seitens der westlichen Staaten)
und des Wohnungsbauprogramms sowie der restlichen Sozialausgaben führten
schließlich 1989 in eine kritische wirtschaftliche Situation. Reformvorschläge
von Gerhard Schürer, dem Chef der Plankommission, wurden von Erich
Honecker und Günter Mittag abgelehnt, und letztlich war vor allem
aufgrund der ökonomischen Krise eine Destabilisierung des Regimes
nicht mehr aufzuhalten. Die DDR-Führung war zu verstärkten Verhandlungen
mit der Bundesrepublik gezwungen, die sich immer einseitiger zu Gunsten
dieser gestalteten.
Glasnost und Perestroika in der Sowjetunion
In der Sowjetunion wurde 1985 Michail Gorbatschow zum Generalsekretär
der Kommunistischen Partei gewählt. Als De-facto-Herrscher der Sowjetunion
versuchte er den Verfall des Kommunismus durch die Einführung von
Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umstrukturierung) aufzuhalten. 1988
verkündete er die Aufhebung der Breschnew-Doktrin und erlaubte den
osteuropäischen Staaten damit eine von der Sowjetunion unabhängige
demokratische Entwicklung.
Die DDR lehnte diese Politik ab und ging auf Distanz zur Sowjetunion.
1987 fehlten im Neuen Deutschland beim Abdruck einer Rede Gorbatschows
die Abschnitte mit dessen scharfer Kritik an seinen Amtsvorgängern.
Im selben Jahr nahm Kurt Hager, ein Mitglied des SED-Politbüros,
in einem fingierten Interview mit dem westdeutschen Nachrichtenmagazin
Stern zu den Reformen in der Sowjetunion Stellung mit den Worten: Würden
Sie, nebenbei gesagt, wenn Ihr Nachbar seine Wohnung neu tapeziert, sich
verpflichtet fühlen, Ihre Wohnung ebenfalls neu zu tapezieren?.
Zahlreiche sowjetische Zeitungen und Filme wurden in der DDR verboten:
unter anderem die Monatszeitschrift Sputnik, einzelne Ausgaben
der Neuen Zeit und fünf antistalinistische Filme.
1988 erklärte Honecker offiziell die Ablehnung der sowjetischen
Reformpolitik.
Ausreisewelle
1984 siedelten ungewöhnlich viele (40.900) Personen in die Bundesrepublik
um. Zahlreiche Ausreisewillige flüchteten in die deutsche Botschaft
in Prag oder die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin,
um eine schnellere Bearbeitung ihrer Ausreiseanträge zu erzwingen,
kehrten nach entsprechenden Zusagen jedoch wieder zurück.
Am 2. Mai 1989 begann Ungarn, die Grenzanlagen zu Österreich abzubauen.
In der Folge versuchten Hunderte von DDR-Bürgern, über Ungarn
in den Westen zu gelangen. Gleichzeitig begaben sich viele in die Botschaften
der Bundesrepublik in Budapest, Prag und Warschau und die Ständige
Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der DDR, um an bundesdeutsche
Reisepapiere zu gelangen. Letztendlich mussten die Botschaften im August/September
wegen Überfüllung geschlossen werden. Dies führte dazu,
dass die DDR auch die Grenzen zur C(SSR und Polen für die Ausreise
von DDR-Bürgern schloss. Am 23. August 1989 durften die Flüchtlinge
in Budapest, am 30. September 1989 in Prag und Warschau in die Bundesrepublik
ausreisen. Diese wurden Anfang Oktober mit Sonderzügen über
DDR-Gebiet, wo man ihnen in den Zügen die DDR-Papiere abnahm und
sie offiziell ausbürgerte, in die Bundesrepublik gefahren. Während
der Durchfahrt durch abgesperrte Bahnhöfe versuchten DDR-Bürger
auf die Züge aufzuspringen. Auf dem Dresdner Hauptbahnhof lieferten
sich Demonstranten und Sicherheitskräfte gewalttätige Auseinandersetzungen.
Am 19. August 1989 kam es infolge des Paneuropäischen Picknicks
im ungarischen Sopron zu einer Massenflucht von DDR-Bürgern nach
Österreich. Ende August 1989 begannen in Bayern Vorbereitungen zur
Errichtung von Notaufnahmelagern.
Im September 1989 ließ Ungarn etwa 30.000 Ausreisewillige ohne
Absprache mit der DDR ausreisen.
Seit dem 3. November 1989 durften DDR-Bürger wieder ohne Formalitäten
über die C(SSR ausreisen, wobei es zu einer erneuten Ausreisewelle
kam.
Bürgerrechtsbewegung
Schon Anfang der 1970er, verstärkt ab Ende der 1970er Jahre entstanden
die ersten Friedensgruppen. Maßgebliche Impulse dafür gaben
die Wehrdienstverweigerer, die des Öfteren dem Repressionsapparat
der DDR ausgesetzt waren. Unter dem schützenden Dach der Kirche organisierten
sich Diskussionszirkel, die sich mit Menschenrechtsverletzungen und Abrüstungsforderungen
auseinandersetzten. Die ersten Friedenszirkel fanden 1972/1973 in Königswalde
und Meißen statt. Eines der bekanntesten Seminare der Bürgerrechtsbewegungen,
Konkret für den Frieden, startete mit einer Beteiligung
von 37 Friedensgruppen und 130 Teilnehmern in Berlin und vertrat 1988
über 250 Gruppen aus der gesamten DDR. Diese Gruppen erhielten im
Laufe der Jahre Aufmerksamkeit in der Bevölkerung und waren ein Triebmotor
für die Entstehung der breiten oppositionellen Basis in den 1980er
Jahren. Seit 1980 verwendete die Friedensbewegung in der DDR das Symbol
Schwerter zu Pflugscharen, das ein Bibelzitat aus dem Michabuch (Mi 4,3
EU) mit einer von der Sowjetunion errichteten Skulptur verband. Im Frühjahr
1982 kam es deswegen zu massiven Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen
und den Evangelischen Kirchen einerseits und staatlichen Stellen.
Am 24. November 1987 stürmten Mitarbeiter des MfS die Räume
der Umweltbibliothek in der Zionsgemeinde in Berlin und nahmen dort Mitarbeiter
fest, die mit der Herstellung einer Zeitschrift, der Umweltblätter,
beschäftigt waren. Erwartet wurde der Druck der IFM-Zeitung Grenzfall,
deren Herstellung nicht den Aufdruck Nur für den innerkirchlichen
Dienstgebrauch trug.
Auf zunehmendes Drängen von Kirchgemeindegliedern und kirchlichen
Basisgruppen seit Mitte der 80er Jahre erarbeiteten in den Jahren 1988
und 1989 alle Kirchen und kirchliche Gemeinschaften der DDR gemeinsam
im Rahmen der Ökumenischen Versammlung für Gerechtigkeit,
Frieden und Bewahrung der Schöpfung einen Katalog von notwendigen
gesellschaftspolitischen Veränderungen.
Am 17. Januar 1988 fanden auf der Gedenkdemonstration für Rosa Luxemburg
und Karl Liebknecht Proteste unter der Losung eines Zitats von Rosa Luxemburg
(Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden) statt.
Die Sicherheitskräfte verhafteten vor laufenden Fernsehkameras westlicher
Journalisten zahlreiche Demonstranten; in den darauf folgenden Tagen wurden
zahlreiche Aktivisten der DDR-Opposition verhaftet. Es kam in der ganzen
DDR zu Solidaritätsveranstaltungen. Durch das Quasi-Verbot der Zeitschrift
Sputnik wurde die Stimmung weiter angeheizt.
Während man sich in der Sowjetunion bei den Wahlen zum ersten Kongress
der Volksdeputierten zum ersten Mal zwischen mehreren Kandidaten entscheiden
konnte, stand in der DDR bei den Kommunalwahlen im Mai 1989 weiterhin
nur die Einheitsliste zur Auswahl. Als offizielles Ergebnis wurde 98,85
Prozent angegeben. Zum ersten Mal konnten zahlreiche Regimekritiker eine
Fälschung der Ergebnisse beweisen. Es kam in der Folge zu zahlreichen
Demonstrationen, die von Volkspolizei und MfS aufgelöst wurden. Gorbatschow
lehnte eine Intervention von Sowjet-Truppen gegen mögliche Unruhen
ab. Honecker reagierte auf diese Demonstrationen im August 1989 mit dem
Spruch Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch
Esel auf. Zunehmend zeigte die Parteiführung ihre Unfähigkeit,
die Realität in der DDR und drängende Probleme zu erkennen oder
darauf zu reagieren.
Wende
Seit dem 4. September 1989 fanden in Leipzig wöchentlich Montagsdemonstrationen
nach dem Friedensgebet statt. Am Rande der Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag
der DDR am 7. Oktober 1989 gab es im ganzen Land Proteste. Am 9. Oktober
1989 hörte man auf der Leipziger Montagsdemonstration mit 70.000
Teilnehmern den Ruf Wir sind das Volk. Am 18. Oktober 1989
trat Honecker von allen Ämtern zurück, sein Nachfolger wurde
Egon Krenz. Am 4. November 1989 kam es auf dem Berliner Alexanderplatz
mit etwa einer Million Teilnehmern zur größten Demonstration
in der Geschichte des Staates, sie wurde vom Fernsehen live übertragen.
Im Herbst 1989 gründeten sich eine ganze Reihe neuer oppositioneller
Bürgerbewegungen und Parteien, die öffentliche Diskussion und
eine Reform der Gesellschaft forderten, die bekannteste Gruppe war das
Neue Forum. Die Bedeutung der Opposition wurde am 27. Oktober 1989 durch
die Forderung von Demokratie Jetzt nach einer Volksabstimmung über
die führende Rolle der SED deutlich, die in der Anmahnung eines Runden
Tisches mündete.
Am 7. November 1989 traten die Regierung und das Politbüro zurück.
Am Abend des 9. November 1989 verlas Günter Schabowski vor laufenden
Fernsehkameras, dass sofort und unverzüglich Privatreisen ins Ausland
ohne Vorliegen von Voraussetzungen wie Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse
beantragt werden konnten. Die Genehmigungen sollten kurzfristig erteilt
werden. Ausreisen konnten über alle Grenzübergangsstellen der
DDR zur Bundesrepublik erfolgen. Tausende eilten an die Grenzen. Ohne
Befehl öffneten die überraschten Grenzsoldaten die Übergänge
der Berliner Mauer und der Grenze zur Bundesrepublik. Am darauf folgenden
Tag besuchten Millionen von DDR-Bürgern die grenznahen Städte
der Bundesrepublik und West-Berlin. Es kam zu überschwänglichen
Freudenszenen; fremde Menschen umarmten sich, sangen, tanzten und jubelten.
Anfang Dezember 1989 wurde die Führungsrolle der SED aus der Verfassung
gestrichen und gegen ehemalige Funktionäre der SED, darunter Erich
Honecker, ermittelt. Egon Krenz trat von allen Ämtern zurück,
Nachfolger als Staatsratsvorsitzender wurde Manfred Gerlach. Am 7. Dezember
1989 kam es erstmals zu Gesprächen am Runden Tisch mit den ehemaligen
Blockparteien und Oppositionsgruppen. Dabei konnten erstmalig nicht gewählte
DDR-Bürger in den Bürgerrechtsbewegungen über die politische
Entwicklung in der DDR mitdiskutieren und -bestimmen. Zwei Tage später
wurde Gregor Gysi Parteivorsitzender der am 17. Dezember 1989 in SED-PDS
und am 4. Februar 1990 in Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS)
umbenannten SED.
Wiedervereinigung
Nach dem Mauerfall, insbesondere ab Januar 1990, änderte sich die
Zielrichtung der immer noch stattfindenden Montagsdemonstrationen allmählich.
Nach dem Protest gegen die alte Führung und dem Anspruch auf die
Souveränität des Volkes, ausgedrückt durch den Slogan Wir
sind das Volk, wurde mehr und mehr der Wunsch nach der Wiedervereinigung,
ausgedrückt durch den abgeänderten Slogan Wir sind ein
Volk, zur Forderung der Demonstrationen. Am 15. Januar 1990 stürmten
Demonstranten die Stasizentrale in Ost-Berlin. Im Februar 1990 sprachen
Helmut Kohl, Michail Gorbatschow und Hans Modrow über die deutsche
Einheit. Am 18. März 1990 wurde die erste Freie Volkskammer gewählt;
Gewinner der Wahl war die Allianz für Deutschland. Lothar
de Maizière wurde am 12. April 1990 neuer Ministerpräsident
der DDR, nachdem am 5. April 1990 Sabine Bergmann-Pohl Volkskammerpräsidentin
und (da die Volkskammer den Staatsrat abschaffte) damit auch letztes Staatsoberhaupt
geworden war. Am 1. Juli 1990 trat die Währungs-, Wirtschafts- und
Sozialunion zwischen der Bundesrepublik und der DDR in Kraft. Mitte Juli
1990 nahm die Treuhandanstalt für die Abwicklung der VEB ihre Arbeit
auf. Am 31. August 1990 wurde von Vertretern der beiden Regierungen der
Einigungsvertrag unterzeichnet, den die Volkskammer am 20. September ratifizierte.
Die Siegermächte stimmten am 12. September 1990 in den Zwei-plus-Vier-Gesprächen
zu. Seit dem 3. Oktober 1990 ist Deutschland wiedervereint.
[Quelle
Wikipedia]
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